Der Tag, an dem die Seifenopern schweigen…

Anstelle der schrillen Seifenopern und Unterhaltungsshows, die für gewöhnlich das thailändische Fernsehprogramm dominieren, ist auf allen Kanälen plötzlich nur noch ein Standbild zu sehen. Zudem ertönen pompöse Hymnen, in denen abwechselnd Kinderchöre und klassische Sänger ihren Patriotismus bekräftigten. Alle 30 Minuten ist ein streng blickender Uniformierter zu sehen, der in einem kargem Raum sitzend, mit tiefer Stimme die immer gleiche Bekanntmachung vorliest.

Dieses wenig überzeugende Unterhaltungsprogramm stellt nichts anderes dar, als die Ouvertüre zu einem Militärputsch, dem mittlerweile 19. Putsch seit dem Ende der absoluten Monarchie im Jahre 1932. Die mit politischen Turbulenzen all zu sehr vertrauten Thais reagieren recht gelassen auf die sich überstürzenden Ereignisse. In sozialen Netzwerken wird gefordert, man möge die Texte zu den Liedern einblenden, dann könnte die verdrießliche Lage zumindest für spontane Karaokesessions genutzt werden. Es wurde bereits damit begonnen, Listen mit Musikwünschen anzufertigen, die an das Militär weitergeleitet werden sollen.

Andere verabreden sich zu gemeinsamen Einkaufstouren in den örtlichen  7-Eleven Supermärkten, da diese sich der Ausgangssperre anpassen und angekündigt haben, ihre sonst stets offenen Türen zwischen  22 Uhr und 5 Uhr morgens zu schließen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Entscheidungsträger aller Parteien sich von dieser Besonnenheit und Gelassenheit anstecken lassen.

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