Schwaben in Bangkok 

Ich befinde mich in Bangkok auf einem Boot und vor mir sitzt ein fürchterlicher Mann. Das Alter des Mannes ist schwer zu schätzen. Seine sonnenverbrannte Uschi-Glas-Lederhaut, die deutlich erkennbaren Herrenbrüste und sein grau-meliertes Haar lassen auf 50 bis 60 Jahre schließen. Zu kurze Jeans, eine verspiegelte Sonnenbrille und ein zwei Nummern zu kleines, knallbuntes T-Shirt der Marke Stan-Smith, legen aber eher das Alter 14 Nahe und schreien jedem, der es nicht hören möchte, ins Gesicht: “Ich bin immer noch jung geblieben!!!“

Als wäre sein äußeres Erscheinungsbild nicht schon niederträchtig genug, fängt er jetzt auch noch an zu reden und das, zu allem Überfluss, in breiter schwäbischer Mundart. Das Wasser betrachtend spricht er von einer „Drecksbrühe“ und, „dass Bangkok wirklich nicht sein Fall wäre.“ 

Seine Frau ist offensichtlich auch nicht sein Fall, denn diese wird größtenteils von ihm mit Schweigen gestraft, während er weiter Blödsinn vor sich hinbrummt. Ich versuche den Dieter-Bohlen des Schwabenlandes zu ignorieren und betrachte das Wasser, das von der milchigen Dezembersonne angestrahlt unbeeindruckt vor sich hin schwappt, während der Mann weiter Unfug scbwabt.

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