Koh Kradat. Sonne, Strand und Bambi

Koh Kradat ist eine eher kleine Insel im östlichen Golf von Thailand. Ihren Namen, der im thailändischen Papier bedeutet, verdankt die Insel ihrer außergewöhnlich flachen Oberfläche. Während sich auf den Nachbarinseln zum Teil massive Gebirge erheben, verbleibt die Erde auf Koh Kradat zumeist ebenerdig, einige Meter über der Meeresoberfläche. In ihrer unmittelbaren Umgebung befinden sich die weitaus größeren Inseln Koh Mak, Koh Kut und Koh Chang, von der Ostseite sind zudem in der Ferne die Berge des kambodschanischen Festlandes auszumachen.

Trotz ihrer geringen Größe, kaum zwei Quadratkilometer, ist die Landschaft Koh Kradats ausgesprochen vielschichtig. Entlang der West- und Südküste erstrecken sich goldgelbe Strände, hinter denen hohe Palmen aufragen. Auf der Nord- und Ostseite hingegen sind die Sandstrände von Mangrovenwäldern und Gesteinsformationen unterbrochen, deren Form und Farbe auf vulkanischen Ursprung schließen lassen.

Einst war die Insel ein bevorzugtes Reiseziel des thailändischen Königs Chulalongkorn (Rama V), der hier einen Teil seiner freien Zeit verbrachte, zur Jagd ging sowie fleißig Tagebuch führte. An einem besonders schönen Strand, auf der Westseite der Insel, pflegte er sein Abendessen zu sich zu nehmen und mit Blick auf die Nachbarinsel Koh Mak den Sonnenuntergang zu verfolgen. Im Laufe der Zeit war ihm die Insel so sehr ans Herz gewachsen, dass er sie einem seiner Söhne vermachte, seinem siebzehnten.

Mit den Jahren wechselten die Besitzer der Insel mehrmals und mit ihren Bewohnern, veränderte sich auch ihre Flora und Fauna. Die unzähligen hochgewachsen Kokospalmen, die heute einen Großteil der Insel bewachsen, sind Überreste der Palmenplantage, die vorige Besitzer hier einst errichteten, nach einigen Jahren jedoch wieder aufgaben. Ihnen folgte eine Familie, die sich dauerhaft auf der Insel niederlassen wollte. Um auf der abgeschiedenen Insel nicht zu sehr zu verseinsamen, nahmen sie sich Haustiere mit, vier Exemplare einer asiatischen Reh Art. Im Gegensatz zu jener Familie blieben die Rehe auf der Insel und vermehrten sich, in Abwesenheit der Menschen oder sonstiger natürlicher Feinde, zahlreich. Heute sind sie auf der ganzen Insel verbreitet und bescheren Koh Kradat eine ungewöhnliche Attraktion, die keine ihrer Nachbarinseln zu bieten hat.

Bei den derzeitigen Bewohnern handelt es sich um eine etwa zwanzigköpfige Familie, die vor 45 Jahren auf die Insel zog und einen kleinen Teil im Norden der Insel bewohnt. Anders als ihre Vorgänger beschloss sie die Insel auch für Touristen zugänglich zu machen und errichtete einige einfache Bungalows, die etwa dreißig Besuchern Unterkunft bieten. Jedoch öffnet die Insel ihre Pforten für Touristen lediglich am Wochenende oder in Ausnahmefällen nach Vereinbarung. Während der Regenmonate Mai bis November, wenn das Wetter zu ungemütlich, die See für das kleine Boot, welches die Touristen von der Anlegestation auf dem Festland zur Insel transportiert, zu stürmisch ist, beherbergt die Familie nur in Ausnahmefällen Besucher. In dieser Zeit konzentrieren sich die Bewohner wieder ausschließlich auf die Unterhaltung der Palmenplantage sowie die Fischerei.

Während die bereits angesprochenen Rehe inzwischen in so großer Zahl vorhanden sind, dass es ein leichtes ist sie aufzuspüren, sucht man Autos auf Koh Kradat ebenso vergeblich wie asphaltierte Straßen. Bei den einzigen Transportmitteln handelt es sich um zwei Fahrräder, ein Motorrad sowie einen Traktor, der, einen Anhänger hinter sich herziehend, die Touristen zu den verschiedenen Orten auf der Insel transportiert. Der Strom, den ein Generator erzeugt, wird nur in den Abendstunden eingeschaltet. Nur an den Wochenenden, wenn Touristen auf der Insel verweilen, steht der Strom die ganze Nacht über zur Verfügung.

Obgleich die Insel nicht mit den Luxusferienanlagen seiner Nachbarinseln aufwarten kann, es keine Naturschauspiele wie Wasserfälle oder tropischen Regenwald zu besichtigen gibt und andere Inseln möglicherweise die breiteren Strände und blaueren Buchten zu bieten haben, ist die Insel in jedem Fall eine Reise wert. Ihre Abgeschiedenheit, ihre naturbelassene, teils rustikale Landschaft verleihen der Insel einen ganz besonderen Charme. Hinzu kommen die ausgesprochen liebenswerten und zuvorkommenden Bewohner, die sehr an ihrer Papierinsel hängen und sich von Herzen darüber freuen, wenn Besucher ihre Zuneigung zu ihrem zu Hause teilen.

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Verwirrte Motorradfahrer, verwunschene Tempel und das Crème Carameldesaster – Drei Tage in Siem Reap

In der Absicht die sagenumwobenen Tempelanlagen von Angkor endlich mit eigenen Augen begutachten zu können, besuchte ich vor kurzem für drei Tage Siem Reap in Kambodscha. Der Name Siem Reap bedeutet so viel wie „Ort der Niederlage der Siamesen“ und bezieht sich auf eine siegreiche Schlacht der Khmer gegen ein Heer Ayutthayas im 17. Jahrhundert. Dass auch ich hier eine empfindliche persönliche Niederlage würde erleiden müssen, konnte ich am Beginn meiner kleinen Reise noch nicht erahnen.

Die Stadt Siem Reap erstreckt sich zu beiden Seiten des gleichnamigen Flusses und verfügt, vor allem entlang des alten Marktes, über einige sehenswerte Überbleibsel der französisch-kolonialen Vergangenheit. Obschon der recht massive touristische Einfluss an kaum einer Stelle zu übersehen ist, versprüht die Stadt doch eine angenehme und entspannte Atmosphäre. Dieser Eindruck wurde durch die mehrheitlich wirklich zuckersüßen Menschen verstärkt, die fast alle sehr freundlich und hilfsbereit waren und nicht selten über außerordentlich passable Englischfähigkeiten verfügten. Auch in den Restaurants und im Hotel begegnete mir ausnahmslos nettes, höfliches und aufmerksames Personal, welches jedoch gelegentlich etwas zu bemüht und aufgeregt war. Nicht selten wirkte es so, als ob die komplette Belegschaft exakt einen Tag zuvor einen Kurs in korrektem Kundenumgang absolviert hätte und im Kopf immer noch Verhaltensregeln duchging.

Nach der Ankunft unternahm ich einen ersten kleinen Rundgang durch die Stadt. Hierbei passierte ich die üblichen Grüppchen von Motorrad- und Tuk-Tuk-Fahrern, die im Schatten großer Bäume, entspannt vor sich hindösend und plaudernd, auf Kundschaft warteten. Es folgte das traditionelle, sich ewig wiederholende monotone immer gleiche Spielchen. Sie riefen: „Sir sir, Tuk-Tuk sir“, woraufhin ich höflich antwortete: „Ich bedauere zutiefst, werter Herr. Leider habe ich derzeit keinen Bedarf an der von Ihnen offerierten Transportmöglichkeit. Ich möchte Ihnen aber dennoch vielmals für dieses derart reizende Angebot danken“ und ging weiter meines Weges. Am Ende der Gruppe stand ein junger Mann mit lustigem Schnauzer an sein Motorrad gelehnt, tief konzentriert und versunken auf sein Smartphone blickend. Als ich an ihm vorbeiging, schaute er kurz auf und rief nur halb anwesend, wenig motiviert aber deutlich hörbar: „Tuk-Tuk Sir“. Ich blieb kurz stehen, guckte erst ihn, dann sein Motorrad und dann wieder den jungen Mann verwundert an. Er folgte meinem Blick, begann schüchtern zu kichern und fragte schließlich: „Motorbike Sir“?

Da die Tempeltour morgens früh um 5 beginnen sollte, verbrachte ich den Abend wenig spektakulär bei einheimischem Bier und Curry und ging früh schlafen.

Die beiden Tage, die ich kletternd, schwitzend und vor allem staunend in den weitläufigen Tempelanlagen verbrachte, übertrafen dann meine ohnehin schon hohen Erwartungen. Angefangen bei den prächtigen Pagoden, die sich zart beleuchtet durch das Morgenlicht im Seerosenteich spiegelten, über die riesigen steinernen Gesichter, die erhaben auf die Landschaft und die wuselnden Touristenscharen herabblickten, bis hin zu den unglaublich detaillierten Steinreliefs und Skulpturen. All das war wirklich derart beeindruckend, dass ich die Massen an chinesischen Reisegruppen, deren Mitglieder sich unter zur Hilfenahme aller Gliedmaßen, in völliger Ignoranz anderer Besucher, ihren Weg durch die Warteschlangen bahnten, beinahe ignorieren konnte.

Besonders imposant waren die kleineren etwas weniger überlaufenen Tempel, bei welchen der Zahn der Zeit und die Natur ihre Spuren hinterlassen hatten. Zum Teil stark zerfallen, von Moos bedeckt und überwachsen und durchdrungen von den Wurzeln großer Bäume, offenbarten diese Tempel eine verwunschene, beinahe mystische Atmosphäre. Stundenlang zwängte ich mich durch enge Gänge und verbogene Tore und balancierte an Mauerüberresten vorbei. Beinahe fühlte ich mich wie Harrison Ford auf der Suche nach verlorenen Schätzen, doch machte der sehr freundliche Tuk-Tuk-Fahrer, der geduldig am Ausgang jedes Tempels wartete und mich bequem zum nächsten Abenteuer kutschierte, jedes Indiana-Jones-Gefühl zunichte.

Am Abend meines letzten Tages in Siem Reap ereignete sich die bereits angedeutete ganz persönliche Niederlage. Ich hatte mich für ein kleines gemütliches Restaurant direkt am Flussufer entschieden und bereute diese Wahl zunächst auch nicht weiter. Neben dem ganz passablem Anchor Bier bestellte ich ein vorzügliches Curry mit Fisch, der, so wurde mir versichert, noch des Morgens im nahen Tonle Sap See geplantscht hatte. Dann plötzlich, mein Herz begann abrupt zu rasen, entdeckte ich auf der Karte als Nachspeise Crème Caramel an Banane und Süßkartoffel. Ich dachte mir noch, das ist ja eine etwas mutige Kombination, aber nun gut, die werden schon wissen, was sie tun.

Nun sollte ich dazu sagen, dass mich mit dieser Nachspeise eine mindestens 25-jährige tiefe und innige Freundschaft verbindet. Einst an der wunderschönen Cote d’Azur kennen- und lieben gelernt, verloren wir einander niemals ganz aus den Augen. Und mochte auch die Zeit der Trennung manchmal Monate oder gar Jahre dauern, stets fanden wir wieder zu einander. Dieses wahrlich köstliche Nachspeisengedicht aus Ei, Milch und Zucker funktioniert bei mir wie eine Art Raum-Zeit Portal, welches mich direkt in ein Paraleluniversum der kulinarischen Glückseligkeit meiner Kindheit katapultiert.

Es mag also sein, dass meine Erwartungshaltung etwas übertrieben, unrealistisch und vielleicht sogar auch unverschämt war. Dennoch empfand ich das, was mir nun bald als vermeintliche Crème Caramel kredenzt wurde als eine maßlose Beleidigung meines Gaumens, eine niederträchtige Frechheit sondergleichen. Auf dem Teller vor mir lagen vier Stücke trockene Kartoffel und zwei kleine Bananen, die mit etwas braunem Zucker benässt worden waren. Von Crème Caramel keine Spur! Am liebsten hätte ich der Bedienung den Teller vor die Füße gepfeffert und wäre wutschnaubend aus dem Lokal gestampft. Doch der junge Mann guckte so nett und unschuldig, während er mir diese Anmaßung servierte, dass ich meine Wut mitsamt der trockenen Kartoffel und reichlich Bier hinunterwürgte. Tief enttäuscht ging ich bald darauf zu Bett und beschloss, mich langsam in den Schlaf schluchzend, diese Stadt ja dieses Land nie wieder auch nur mit einem Zeh zu betreten.

Kambodscha muss in dieser Nacht von meinen bitteren Gefühlen erfahren und beschlossen haben, sich bei mir in aller Form zu entschuldigen. Denn am nächsten Tag entdeckte ich, nur Minuten vor meiner Abreise, eine kleine unscheinbare Bäckerei, die vielerlei Köstlichkeiten im Angebot hatte, die ich eher in einem kleinem französischem Dorf oder den Requisiten des Films Chocolat vermutet hätte. Ich entschied mich für zwei kleine Tartes, eine mit einer Nougat Creme und eine mit Apfelstücken belegt. Der Teig schmeckte leicht zimtig und ging zusammen mit der Füllung eine himmlische Melange ein, die mich die Crème Caramelpleite beinahe vergessen ließ. Mit diesem vorzüglichem Proviant im Gepäck ging es wieder gen Thailand und ich beschloss, Kambodscha seinen groben Schnitzer zu verzeihen und in der Zukunft eventuell eine zweite Chance zu gewähren.

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Der Hölle entkommen. Vier Stunden in Pattaya…

Pattaya – ein „Badeort“ an der Ostküste des Golfs von Thailand, Sündenpuhl und Kristallisationspunkt aller verbreiteten Thailand Klischees. Wo vor 50 Jahren nicht mehr als ein paar kleine Fischerhüten standen, hat sich Dank amerikanischer GIs, außer Kontrolle geratenem Massentourismus und den locker sitzenden Geldbeuteln einsamer westlicher „Touristen“ ein Moloch herausgebildet, gegen das Sodom und Gomorrha wie verschlafene kleine Dörfer in der niederbayerischen Provinz erscheinen.

Für gewöhnlich bringen mich keine sieben weißen Elefanten in diese Stadt. Doch dieses Mal ließ es sich leider nicht vermeiden.

Doch der Reihe nach.

Am Anfang dieser Geschichte stand der Wunsch nach drei erholsamen Tagen am Meer. Wenn man für solche Kurzreisen Flüge ausschließt und nicht die Hälfte der Zeit in Reisebussen verbringen möchte, bieten sich, von Bangkok ausgehend, vor allem die Inseln im Golf von Thailand an. Besonders zu empfehlen sind hier kleinere Inseln an der Grenze zu Kambodscha, wie Koh Kood oder Koh Mak. Diese sind noch nicht ganz so sehr so von Touristen bevölkert wie Koh Chang, Koh Samui oder Koh Tao und bieten doch ein ansprechendes Postkarten Ambiente und alle Voraussetzungen, um ordentlich auszuspannen.

Also, Koh Mak sollte es sein. Die Fähre dorthin erreicht man von der kleinen Stadt Trat aus, in die man wiederum entspannt mit dem Nachtbus gelangt. Eigentlich eine sehr unkomplizierte Reise, die ich genauso schon einige Mal unternommen habe. Eigentlich, denn dieses Mal war alles anders.

Als ich frohen Mutes und voller Vorfreude am Ekamai Busbahnhof ankam, traf mich die Hiobsbotschaft wie ein Schlag: ausgebucht, der Bus nach Trat war voll! Nachdem ich diese schlechte Nachricht einigermaßen verdaut hatte, ging ich gemeinsam mit der sehr netten Dame vom Schalter meine Optionen durch. Diese waren eher mittelprächtig. Ich könnte am nächsten morgen den ersten Bus nehmen und dann nach Trat fahren, wodurch ich aber einen halben Tag auf der Insel verloren hätte. Die andere Option bestand darin, nach Pattaya zu fahren und dort, mit viel Glück, einen Bus nach Rayong zu bekommen, von wo es nach Trat nicht mehr weit war.

Ich entschied mich für letzteres und stand drei Stunden später, pünktlich um Mitternacht, auf einem verlassenem Busbahnhof am Rande Pattayas. Außer ein paar offensichtlich sehr müden Motorradfahrern und drei Sextouristen, die sich endlich am Ziel ihrer Träume wähnten, war hier keine Menschenseele. Nach einigem Insistieren meinerseits, erklärten sich die Motorradfahrer bereit, mich zu einem Highway zu fahren, den der Bus nach Rayong ihrer Meinung nach kreuzen müsste.

Ihren Freundschaftsdienst ließen sie sich ordentlich vergüten und brachten mich zu einer verlassenen Bushaltestelle. Verlassen, war nicht ganz korrekt. Hier warteten noch zwei weitere Gestrandete. Eine leicht bekleidete Prostituierte, die offensichtlich ihre besten Jahre schon etwas länger hinter sich hatte und ein verwirrt aussehender Mann, dessen schielenden Augen hinter einer dicken Hornbrille verborgen waren. Der Mann wartete auch auf den Bus, die Frau auf Kunden, weshalb unser dynamisches Trio nach etwa dreißig Minuten wieder gesprengt wurde.

Der Mann entpuppte sich trotz seines nervösen Erscheinungsbildes aber als mehr oder minder zurechnungsfähig. Er versicherte mir, dass dies der richtige Highway sei und dass der Bus hier vorbeifahren würde. Ein Bus käme um 1 Uhr, in einer halben Stunde, der nächste dann um 4. Der gute Mann sollte recht behalten. Um 1 Uhr kam in der Tat ein Bus, nur machte dieser keinerlei Anstalten anzuhalten. Hinter dem Bus herlaufend, wild schreiend und gestikulierend, konnte ich erkennen, dass dieser in etwa 500 Meter Entfernung kurz anhielt und sich dann davon machte.

Trotz dieses erneuten Rückschlags war ich nicht vollends verzweifelt, war doch nun sicher, dass ein Ausweg bestand. Nur weitere drei Stunden und ich könnte der Hölle Pattaya entkommen. Ich war also dem Strand nicht mehr allzu fern. Beinahe konnte ich das Meerwasser schon riechen.

Was ich aktuell roch, war aber vor allem Urin. Denn bei dem Ort, an dem der Bus wirklich gehalten hatte, handelte es sich um einen heruntergekommenen kleinen Busbahnhof. Trotz des wenig einladenden Ambientes, schlugen mein treuer, neuer Kumpel und ich hier unser Lager auf. Ich entschied mich für einen verwaisten Schreibtisch, an dem tagsüber wahrscheinlich Fahrkarten verkauft wurden, da dieser noch nicht als Toilette missbraucht worden war.

Ich öffnete ein Bier, dass ich bei einem 7 Eleven auf dem Weg erstanden hatte, machte mir etwas Musik an und begann gerade meine Situation einigermaßen erträglich zu finden, als plötzlich ein Motorrad vor dem Busbahnhof hielt. Auf diesem befanden sich zwei aufgetakelte Gatoeys (Ladyboys) sowie eine etwas abwesend wirkende Frau. Ich schaute krampfhaft in eine andere Richtung und hoffte, dass sie mich nicht beachten würden. Doch aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, dass eine der „Damen“ mit langen Schritten, o-beinig auf mich zu getorkelt kam.

Ich befürchtete schon das Schlimmste, denn die Gatoeys haben in Pattaya, vor allem nachts, einen sehr zweifelhaften Ruf. Diese Beiden waren aber eigentlich recht freundlich. Da ich mein Lager am Schreibtisch aufgeschlagen hatte, hielten sie mich für eine offizielle Person, die ihnen Auskunft über den Busfahrplan geben könnte. Sie wollten nämlich die Frau nach Hause bringen, die wohl in eine Kneipenschlägerei geraten war. Da ich nun aber wirklich die letzte Person war, die zuverlässige Informationen über Busse geben konnte, fuhren sie kurz darauf weiter.

Etwa eine Stunde später hielt ein Pick-Up vor meinem neuen zu Hause. Die Tür ging auf und heraus fiel ein übergewichtiger und sturzbetrunkener Mitteleuropäer, der diesen Ort für eine Kneipe hielt, denn er bestellte ein Bier. Da ich ihm hierbei weder weiterhelfen konnte noch wollte, stieg er wieder in den Wagen und fuhr in Schlangenlinien davon.

Eine weitere Stunde später war ich gerade in Richtung des 7 Elevens unterwegs, um etwas Essen und ein neues Bier zu kaufen, als ich plötzlich in der Ferne einen Bus kommen sah. Als dieser näher kam, erkannte ich, dass dieser nach Rayong fuhr. Ich lief so schnell ich konnte zu meinem Lager zurück und weckte meinen Reisegefährten. Gemeinsam erreichten wir im letzten Moment den Bus. Völlig außer Atem und erschöpft ließ ich mich in meinen Sitz fallen. Hinter mir lag Sodom und Gomorrha, vor mir drei entspannte Tage an einem einsamen Traumstrand.

On the road again…

 „Ja! Da sitz‘ ich wieder im Speisewagen der Eisenbahn und kann leise ahnen, dass die hier nich‘ an Preisen sparen.“ (Eins Zwo: Unschuld vom Lande. Zwei, 2001)

 Ja, da sitze ich wieder. In der Eisenbahn, in Richtung des Frankfurter Flughafens. Nicht im Speisewagen, weil die dort, wie der feine Herr Dendemann es schon so treffend gesagt hat, wirklich nicht an Preisen sparen. Und wahnsinnig gut schmecken tut es dort nun auch wieder nicht. Bei meinem letzten Besuch im „Bordrestaurant“, bestellte ich Nürnberger Rostbratwürstchen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Man servierte mir einen Klumpen Kartoffelmatsche, für die sich jede Maggi fix Packung schämen würde, etwas fades Sauerkraut sowie sechs Würstchen, die in Geschmack, Aussehen und Konsistenz eher an Salzstangen erinnerten. Nun gut. Schimpfen wir nicht auf die Deutsche Bahn. Die armen Herrschaften haben schon genug damit zu tun, den Mainzer Hauptbahnhof am laufen zu halten und die Hexenwerke namens Klimaanlagen zu bedienen – da kann man nicht auch noch von ihnen verlangen, genießbares Essen zuzubereiten. Aber Obacht, wir schweifen ab.

Ich befinde mich auf dem Weg nach Bangkok, wo mich ein erneuter mehrmonatiger Aufenthalt erwartet. Vor mir liegen spannende Abenteuer und tiefpeinliche Schlamassel. Darauf hoffe ich zumindest. Doch zunächst muss ich mich am Frankfurter Flughafen zurechtfinden, was mir trotz etlicher vorheriger Reisen nicht auf Anhieb gelingen will. Nach einigem Suchen sitze ich schließlich doch noch am richtigen Gate und warte darauf, dass es endlich losgehen kann.

Wie so oft habe ich mich wieder einmal für eine arabische Fluglinie entschieden. Neben ihren guten Preisen, dem höflichen und professionellem Bordpersonal, überzeugt mich dort ganz besonders das Unterhaltungsprogramm. Der in den Vordersitz eingelassene Bildschirm, verfügt zumeist über eine erlesene Auswahl an aktuellen Hollywood Blockbustern, welche die zweimal sechs Stunden wie im Fluge vergehen lassen. Zudem weiß ich aus vertraulichen Quellen, dass diese Airline mit ihren Maschinen recht pfleglich umgeht und bei der Wartung dieser besonders gründlich ist.

Meine Mitreisenden hier sind für gewöhnlich sehr heterogen, was Herkunft, Alter und Grund der Reise angeht. Dort finden sich arabische Großfamilien, die gerne und unbedingt beieinander sitzen möchten und kein wirkliches Verständnis für Sitzordnungen oder Sicherheitsvorkehrungen offenbaren, Rucksackreisende auf dem Weg nach Asien oder Australien sowie die obligatorischen, meistens auffallend schlecht gekleideten Sextouristen.

Dieses Mal ist alles anders. Am Gate haben sich beinahe ausschließlich junge, deutsche Weltreisende versammelt, die sich auf dem Weg nach Australien und Neuseeland befinden. Wie ich ihren aufgeregten wie stolzen Gesprächen entnehmen kann, haben sie verschiedene Pläne und Reiseziele, doch sie alle eint die Neugier und die Vorfreude auf das Abenteuer. Was ja eigentlich legitim und nachvollziehbar ist, entpuppt sich mit der Zeit doch als sehr nervend, da einige, ganz erregt ob der kommenden Zeit in der Fremde, ihren Gesprächspartnern sehr laut, beinahe schreiend ihre Hoffnungen, Träume und Erwartungen ins Ohr brüllen. Viele von ihnen tragen ein uniformiertes blaues Hemd, umeinander auch in der großen weiten Welt – dem Frankfurter Flughafen – noch erkennen zu können und um gleichzeitig allen Außenstehenden das Ziel und die Mission der Reise deutlich zu machen. Word Travel!!!

Diese schieren Mengen an Australienreisenden verblüffen mich doch etwas. Ich hatte angenommen, dass der ganz große Hype hier abgenommen hätte. Zumal ich einmal ein Gespräch aufgeschnappt habe, wonach Indien oder Südostasien das neue Australien seien. Doch diese Vielzahl an reisewütigen jungen Menschen lässt eher vermuten, dass Australien das neue Australien ist. Mich erinnert diese Gruppe traumatisch an längst vergangene und verdrängte Jugendreisenzeiten, in denen ich in engen und stickigen Reisebussen in Richtung Südeuropa unterwegs war. Ich war ihnen dann doch sehr dankbar, dass sie nicht anfingen zu singen oder einen „Clubtanz“ vorzuführen. Im Flugzeug saß ich dann aber neben einem sehr netten russischen Paar und war dem Trubel somit fürs erste entkommen.

Auf solchen Reisen entwickelt wohl jeder mit der Zeit gewisse Rituale und Gewohnheiten. Zum festen Bestandteil meines Flugverhaltens gehört es, unbedingt einen Gin Tonic zu bestellen. Und da bin ich knallhart, auch zu mir selbst. Uhrzeit, Gesundheitszustand, Gemütslage – spielt alles keine Rolle. Bestellte ich auf solch einer Reise keinen Gin Tonic, es fehlte mir etwas Fundamentales. Ich habe einmal den Fehler gemacht und einen Campari Orange bestellt. Ich hatte an diesem Getränk keine wirkliche Freude, denn während des Verzehrs machte sich in mir ein hartnäckiges und penetrantes Gefühl breit: Hier stimmt etwas nicht. Du hast das falsche Getränk bestellt. Das kann keine gute Reise werden mit diesem Gesöff. Wirf es weg. Jetzt.

Also, keine Experimente und auch dieses Mal wieder selbstredend einen Gin Tonic zum Essen bestellt. Der freundliche Steward irritiert mich aber etwas mit seiner frage, ob ich nicht gleich einen doppelten Gin bestellen wolle. Ich zögere einen Augenblick. War dies nun ein nettes und höfliches Angebot oder eine Frechheit, weil er mich für einen hartnäckigen Trunkenbold hielt. Ich lasse mich aber rasch überzeugen und stelle fest, ein doppelter Gin ist doppelt so gut und macht auch Bruce Willis im Bordprogramm noch erträglicher.

Beim Umstieg in Dubai sehe ich die Australienreisenden nur noch kurz. Ihre schönen blauen Hemden sind ein wenig zerknittert und verschwitzt. Dennoch machen sie sich zielstrebig in Richtung des Duty-free Bereiches auf. Man muss ja gut ausgerüstet sein auf solch einer Reise. Ich nutze den kurzen Aufenthalt dazu, die ersten Reiseindrücke mit Hilfe des im Handgepäck transportierten Computers festzuhalten. Während ich da so vor mich hin tippe, registriere ich aus dem Augenwinkel, dass sich vor mir zwei kleine Männer aufgebaut haben und leise zu tuscheln beginnen. Beim genaueren Hinsehen stelle ich fest, dass dies keine dem Gin zu zuschreibende Sinnestäuschung ist. Da stehen wirklich zwei ältere Inder und reden. Offensichtlich über mich, den sie hören auf, als ich sie angucke. Daraufhin zeigen sie mir ein breites, aber schüchternes Lächeln und erklären, dass sie mein kleines Netbook so faszinierend fänden. In Indien hätte sie riesige Bildschirme und kleine Tasten, bei mir sei es genau umgekehrt. Es entwickelt sie in der Folge ein kurzweiliges Gespräch, in welchem mir die Herren die Auswirkung traditioneller indischer Musik auf den menschlichen Körper schildern. Vertieft in diese Konversation, verpassen die beiden beinahe ihren Flug nach Delhi. Auch für mich ist es Zeit. Bangkok ruft, beziehungsweise eher die etwas nervige und quäkige Stimme aus dem Lautsprecher.

Der Flug nach Bangkok verläuft dann wenig spektakulär. Ein paar Filmchen, zwei Gin und ein Schläfchen später, erreichen wir, beinahe pünktlich, den Flughafen der thailändischen Hauptstadt. Ich mache mich auf den Weg zur Passkontrolle und später auf in die Stadt, zu neuen Ufern und Abenteuern. Herr Dendemann, sie übernehmen das Schlusswort:

„Ich weiss, woher ich komm‘, wohin ich geh‘ und wo ich bin! Hab‘ sonst nix weiter im Sinn, mach‘ mein eigenes Ding!“ (Eins Zwo: Unschuld vom Lande. Zwei, 2001)

Das Ende einer Reise. Zurück im Land der Riesen

Die letzten Tage vor einer jeden Reise sind ein reines Vergnügen. Mit einer vorher nicht gekannten Leichtigkeit werden die letzten Handgriffe fast spielerisch erledigt. Der Koffer packt sich von alleine, der Reisepass taucht freiwillig aus seinem geheimen Versteck auf und die zum Glück seit Jahren verschlossenen und immer vor allem als Placebo und Glücksbringer mitgenommenen Malaria Tabletten liegen, wie von Zauberhand dort trapiert, auf einmal im Waschbeutel. Die Ärgernisse, Sorgen und Probleme des Alltags werden nun nicht mit zunehmenden Sorgenfalten, sondern einem spöttischen Grinsen und der Erkenntnis beantwortet, nicht mehr lange und der ganze Quatsch ist vorbei.

Während des Aufenthalts wird kein einziger Gedanke an ein mögliches Ende dieser unbeschwerten Tage verschwendet. Den Teufel werde ich tun.

Neigt sich eine Reise irgendwann ihrem unweigerlichen Ende entgegen, ist das noch Lange kein Grund in trübsinnige Gedanken zu verfallen, viel zu beschäftigt bin ich doch damit, meinen Koffer voll- und somit mein Konto leerzuräumen. Mit einem bittersüßem Gefühl im Geiste, das baldige Ende der Reise ahnend aber noch vollkommen verdrängend, schwebe ich über die Märkte Bangkoks und versuche möglichst viel von diesem exotischen Ort in den tristen Alltag mit herüber zu retten. Das letzte Geld wird spendabel wie selten unter die Menschen gebracht, der Sonnenbrand leichtsinnig riskiert und das Essen, ist es auch noch so scharf, genossen als sei es das letzte Abendmahl. Die letzten Tage einer Reise sind nicht selten die schönsten.

Bei der Ankunft am deutschen Flughafen lässt sich das unvermeidliche jedoch nicht länger leugnen. Die unbekümmerten Tage sind vorüber, der Alltag steht ungeduldig und pampig wie zwei wartende GEZ Beamten vor der Tür und lässt sich nun nicht mehr länger abwimmeln.  Ein breites, sonst kaum gekanntes Gefühl der Niedergeschlagenheit, macht sich im ganzen Körper breit. So unfreundlich, flach, grau und langweilig erscheint einem doch die Heimat.

Hinzu kommt, dass ich mich bei der Ankunft in Deutschland immer fühle, als habe sich ein Hobbit in das Spiel einer NBA Mannschaft geschlichen. Als Mann, deutlich kleiner als einssiebzig, bin ich in Deutschland klein, in Südostasien jedoch eher durchschnittlich groß. Es ist ein ungewohntes und erhabenes Gefühl in einem Bus in Bangkok zu stehen und auf andere Männer herunterschauen zu können. Angekommen in Deutschland bin ich auf einmal wieder von grobschlächtigen Riesen umgeben, die mich mit ihren mächtigen Stampfern, die sie selbst Beine nennen, zu zerdrücken drohen, fürchterlich.

In der eigenen Wohnung angekommen, setzt mit einem Mal eine absolute Stille ein. Diese Stille ist so fundamental, dass sie in den Ohren dröhnt und rauscht. Die ganze Reise über ist man permanent einem gewissen Geräuschpegel ausgesetzt. Vom Geräusch des Flugzeugs, über die ständig surrenden Klimaanlagen bis hin zum Rauschen des Meeres. Ganz still wird es nie. Umso auffallender ist daher die Abwesenheit all dieser Hintergrundgeräusche.

Es braucht immer eine Weile und ausreichend Schlaf, bis ich mich mit meiner Lage einigermaßen anfreunden kann. Das Wiedersehen der Freunde und der Familie, die wirklich überraschend frische Luft, ein gutes Bier und deftiges Essen versöhnen mich dann mit der Rückkehr nach Deutschland. Es bringt ja auch alles nichts. Der Alltag möchte bewältigt und die nächste Reise geplant werden.

Der Traum von der eigenen Insel. Drei Tage auf Koh Man

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Ich habe einen Traum. Ich wünschte ich wäre Besitzer einer eigenen kleinen Insel. Diese sollte wenn möglich nicht im Steinhuder Meer bei Hannover liegen sondern, wenn ich einen Wunsch äußern darf und das darf ich, es ist schließlich mein Traum, weit weg von deutschen Gefilden, tief verborgen in irgendeinem kinderplanschbeckenwarmen Ozean.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Thailand, wird dieser Traum war, zumindest beinahe. Für einen recht stattlichen Betrag kann man sich auf so genannten „Private Islands“ einmieten. Hierbei handelt es sich um winzig kleine Inselchen, auf denen meist nur ein kleines Ressort untergebracht ist und die ein ordentliches „Einsame Insel Gefühl“ versprechen.

Gemeint ist damit aber keines Falls so eine Tom Hanks mäßige Horror Insel. Man möchte ja schließlich nicht am Ende des Aufenthalts, wirr mit einem Volleyball redend, versuchen sich die Zähne mit einem Schlittschuh auszuschlagen.

Vielmehr versprechen diese Inseln ein wolliges Gefühl der Ruhe, der Abgeschiedenheit, fernab von jeder Zivilisation. Um diesem Ambiente eine gewisse Authentizität zu verleihen, liegen die Inseln außerhalb jeglichen Handynetzes und sind nicht an das Stromnetz angeschlossen. Elektrizität gibt es lediglich ein Mal am Tag, abends ab neun.

Das Eiland, das ich und meine Freundin für drei Tage unser Eigen nennen durften, war die Insel Koh Man, die im Golf von Bangkok nicht weit entfernt von den Inseln Koh Chang und Koh Mak liegt. Die Insel ist wirklich winzig und kann in einer halben Stunde umrundet werden, im Wasser dauert es zwei Stunden.

Die Insel verfügt sowohl über eine felsige Küstenseite, die perfekt zum Schnorcheln geeignet ist sowie über ein paar sandige Buchten auf der gegenüberliegenden Seite. In der Mitte erhebt sich ein kleiner Berg, bei dessen Erklimmung man sich durch einen dichten Urwald schlagen muss und welcher eine hervorragende Sicht über die Insel bietet.

Es war wirklich ein zauberhaftes Stückchen Erde und wir hatten es ganz für uns alleine – ganz war leider etwas zuviel gesagt, denn frecher Weise waren noch zwei andere Pärchen auf der Insel. Ein ganz klarer Minuspunkt!

Ein wenig nervig war zudem der Sohn einer Angestellten, der uns auf Schritt und Tritt verfolgte. Am Anfang war er noch recht nett und hilfsbereit, zeigte er uns doch die besten Tauchplätze, später wurde aber er immer unangenehmer und bewarf uns schließlich mit Sand

Typischer Inselkoller! Wirklich unheimlich wurde mir der Bengel als er mir, als ich nichtsahnend in der Hängematte lag, beherzt in den Schritt griff. Von da an ging ich ihm aus dem Weg.

Von diesem kleinen Ärgernis abgesehen genossen wir wundersame Stunden und Tage. Ich verbrachte so viel Zeit im Wasser, dass ich den Fischen Namen geben konnte und fortwährend eine schrumpelige Haut hatte. Die Zeit im Wasser wurde lediglich durch die Mahlzeiten unterbrochen, bei denen uns Köstlichkeiten der Meere kredenzt wurde.

Leider kam irgendwann das Boot, das der Illusion ein Ende setzte und mich zurück in die Realität brachte. Der Traum war vorüber, vorerst.

Wat Muay Tor

Dieser zauberhafte Tempel, der sich gegenüber dem Museum in Khun Yuam befindet, war zu beeindruckend um ihm nicht einen eigenen Artikel zu widmen.

Tour in den Norden II

Der zweite Teil meiner kleinen Reise in den Norden Thailands, die zum Ziel hatte die unterschiedliche Darstellung des Zeiten Weltkriegs in den verschiedenen Museen unter die Lupe zu nehmen, begann früh morgendlich am Busbahnhof von Chiang Mai.

Nachdem ich Tags zuvor bereits das sehr eindrucksvolle Seri Thai Museum in Prae besichtigt hatte, sollte es nun in das kleine Bergdorf Khun Yuam gehen. Dieses liegt ganz im Nordwesten des Landes, unweit der Grenze zu Myanmar. In dieser Region waren während des Zweiten Weltkriegs viele Japanische Soldaten stationiert. Khun Yuam fungierte als eine Art Ausgangsbasis für die Expeditionen nach Burma. Anders als in vielen Regionen des Landes wurden die Japaner hier von der einheimischen Bevölkerung jedoch nicht als Feinde oder Eindringlinge wahrgenommen. Die vorher teilweise marginalisierte Bevölkerung war den Japanern gegenüber deutlich aufgeschlossener als anderorts. Es entwickelten sich profitable Handelsbeziehungen, Freundschaften und in einigen Fällen sogar Liebesbeziehungen zwischen Thailändern und Japanern. Das Thai-Japanese-Friendship-Memorial Museum schildert die Erfahrungen dieser Menschen, zeigt auf diese Weise eine ganz andere Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg und hatte daher mein Interesse auf sich gezogen.

Obwohl Chiang Mai nur etwa 300 Kilometer von Khun Yuam entfernt liegt, ist die Reise zwischen diesen beiden Orten äußerst umständlich, versperren doch etliche hohe Berge die Passage. Lediglich eine Buslinie macht sich dreimal am Tag auf diese beschwerliche Reise. Ich wusste vorher, dass diese Ochsentour sieben Stunden dauern sollte. Ich wusste allerdings nicht, dass hierbei Busse eingesetzt werden, die ungefähr in dem Jahr gebaut wurden als Christopher Columbus Amerika entdeckte. Ein uralter, vom Rost zerfressener Haufen Altmetall, sollte mich und die anderen etwa vierzig Reisenden sicher ans Ziel bringen. Das konnte nicht gut gehen. Ging es schlussendlich auch nicht. Aber immer der Reihe nach.

Zunächst machte sich der Schrotthaufen in vollem Tempo, als wolle er meiner Skepsis ein Schnippchen schlagen, eifrig ans Werk und auf die Reise. Zügig ging es aus der Stadt heraus und hinein ins Gebirge. In Ermangelung einer Klimaanlage oder funktionierender Ventilatoren waren während der Fahrt fortwährend beide Türen geöffnet. Dies förderte zwar frische Luft ins Wageninnere, erschien mir aber angesichts der unruhigen Fahrweise des Busses etwas riskant. Überhaupt schien der Bus mit den vielen Serpentinen und den steilen Hängen seine liebe Not zu haben. Er fauchte und ächzte, stöhnte und spuckte was das Zeug hielt. Angesichts des Geräusches des Motors hätte man bei geschlossenen Augen denken können der Wagen führe in affenartiger Geschwindigkeit die Berge hinauf. Bei offenen Augen sah man aber, dass der Bus trotz des schrecklichen Getöses keine zwanzig Stundekilometer mehr auf die Piste brachte. Zu allem Unglück entwickelte das Gefährt plötzlich die Angewohnheit alle fünf Minuten stehen zu bleiben. Das waren keine all zu guten Vorzeichen, waren wir doch gerade mal zwei Stunden unterwegs.

Nachdem sich der Bus noch eine weitere Stunde lang in Schrittgeschwindigkeit die steilen Hänge hoch gemüht hatte, kam er an einer kleinen Lichtung endgültig zum stehen. Der sichtlich zerknirschte und beschämte Busfahrer erklärte nach einem kurzen Blick auf den Motor, dass dieser Bus nicht weiterfahren könne. Wir sollten auf den nächsten Bus warten, der in etwa zwei Stunden diese Stelle passieren müsse. Diese Nachricht schockierte mich nicht sonderlich. Es war schon vorher abzusehen, dass diese Schrottkiste die etwa 150 Kilometer bis nach Khun Yuam nicht mehr würde bewältigen können. Ich war zudem froh ein wenig an die frische Luft zu kommen und begann die Landschaft zu erkunden. Die Lichtung an welcher der Bus endgültig seinen Dienst eingestellt hatte, bestand nicht wie die Wälder weiter bergab aus tropischem Regenwald. Vielmehr erblickten meine ungläubigen Augen, dass sich hier etliche Tannen aneinander reihten, vor denen einige duzend Kühe friedlich auf einer saftig grünen Wiese grasten. Ich wähnte mich eher im Schwarzwald als in Thailand. Dass dies doch nicht der Schwarzwald war erkannte ich, als mir auf einer kleinen Erkundungstour eine etwa handgroße, giftig  bunt glitzernde Riesenspinne begegnete. Ich zog mich vorsichtig zurück und war von nun an weniger erkundungslustig.

Als der nachfolgende Bus endlich eintraf entpuppte sich dieser äußerlich als etwas robuster und rüstiger als sein Vorgänger. Unglücklicherweise war er jedoch bereits vollkommen mit Passagieren vollgestopft. Die kommenden drei Stunden verbrachte ich stehend, in leicht gekrümmter Haltung, einzig damit beschäftigt die ständigen Richtungswechsel des Busses mit meinem Körpergewicht auszugleichen, um nicht auf die vor mir platzierten Thais zu stürzen. Meine Hände füllten sich mit der Zeit ganz taub an, so fest krallte ich mich an die Haltegriffe. Meine Knie wiederum begannen ob der unnatürlichen Haltung die ich ihnen zumutete einen stechenden Schmerz an mein Gehirn zu senden mit der klaren Botschaft: Mach etwas oder wir platzen! Nach einiger Zeit lehrte sich der Bus ein bisschen und ich konnte den Rest der Fahrt sitzend verbringen.

Etwa gegen halb fünf war die Tortour überstanden und der Bus endlich in Khun Yuam angekommen. Zeit meine Wunden zu lecken bestand kaum, hatte das Museum laut meiner Informationen doch nur noch eine halbe Stunde geöffnet. Ich machte mich also umgehend zu dem Museumsgelände auf. Als ich dort angekommen war, hatte ich zunächst Zweifel am richtigen Ort zu sein. Das eindrucksvoll große und neu glänzende Museumsgebäude stimmte nicht mit den Bildern überein, die ich vorher mühsam im Internet zusammengesucht hatte. Es stellte sich heraus, dass das alte Museum, welches sich auf demselben Gelände befunden hatte, geschlossen und durch ein komplett neues Museum ersetzt worden war. Das ursprüngliche Museum war von einem Einheimischen eröffnet und von dem japanischen Staat reichlich und nicht ganz uneigennützig gefördert worden. Soweit ich gehört und gelesen hatte, wurde hier früher eine Version des Zweiten Weltkriegs präsentiert, in welcher die Japaner durchweg in einem positiven Licht dargestellt wurden, als Befreier ihrer asiatischen Brüder und Schwestern.

Das neue Museum, das vom thailändischen Fine Arts Department getragen wird, verfügt nicht nur über ein ästhetisch sehr ansprechendes Design, sondern präsentiert auch eine deutlich ausgewogenere Sicht der Dinge. So werden die Umstände der japanischen Expansion nüchtern und umfassend erläutert, ohne in die revisionistischen Töne des Vorgängers zu verfallen. Gleichzeitig finden aber auch die Erinnerungen der Dorfbewohner und ihre positiven Erfahrungen mit den Japanern genug Beachtung. Einige Beispiele des positiven Zusammenlebens werden hervorgehoben und besonders detailliert beschrieben. Besonders der Film, der in einem extra Raum gezeigt wird, geht auf die Erinnerungen der Bewohner Khun Yuams ein. Hier werden Ausschnitte aus Interviews mit Zeitzeugen gezeigt, unter ihnen auch eine Dame, die sich in einen der japanischen Soldaten verliebte und von diesem zwei Söhne bekam.

Von den Reisestrapazen mittlerweile völlig erschöpft, suchte ich mir bald nach dem Museumsbesuch ein kleines schnuckeliges Hotel. Es war in einem alten Holzhaus untergebracht und lag direkt am Hang. Die Sicht auf die umliegenden Berge war großartig.

Am nächsten Tag besichtigte ich den Tempel Wat Muay Tor, auf dessen Gelände sich während des Zweiten Weltkriegs ein Krankenhaus für die verletzten japanischen Soldaten befunden hatte. Es fanden sich hier ein paar Gräber mit japanischen Inschriften, sowie ein erst im letzten Jahr errichtetes Denkmal, dass an die verstorbenen japanischen Soldaten erinnert und die Unterstützung durch die Dorfbewohner hervorhebt.

Um fünf Uhr Nachmittags bestieg ich den Bus, der mich in einer Fahrt von fünfzehn Stunden wieder nach Bangkok bringen sollte. Es war ein nagelneuer Dopperldecker, dessen Luxuseinrichtung einen krassen Gegensatz zum Gefährt des Vortags darstellte. Doch auch dieser Luxusschlitten hatte mit dem unwegsamen Gelände so seine Probleme. Eine extrem heftige Steigung machte ihm besonders zu schaffen. Nachdem er an dieser zwei Mal gescheitert war, stieg der Busbegleiter aus und bugsierte zwei riesige Steine hinter die Hinterräder des Busses. Mit dieser kleinen Starthilfe erklomm der Bus schließlich die Rampe. Der Busfahrer wollte wohl kein weiteres Risiko eingehen und fuhr bis zum Berggipfel in einer Tour durch, ohne auf den Reisebegleiter zu warten. Ich konnte aus dem Fenster sehen, wie dieser einige Kehren unter dem Bus einen Spurt einlegte. Es sah recht lustig aus, wie er sich in seiner samtigen Uniform mit hochrotem Kopf den Berg hinaufquälte. Mit diesem Bild im Kopf schlief ich ein und wurde im Massagesessel gemächlich nach Bangkok kutschiert.

Tour in den Norden I

Wie an anderer Stelle bereits beschrieben wurde, unternahm ich im Auftrag meiner Masterarbeit ein paar Reisen in unterschiedliche Landesteile, um der differenzierten Erinnerungskultur Thailands bezüglich des Zweiten Weltkriegs auf die Schliche zu kommen.

Die längste Reise dieser Art führte mich in den Norden, genauer gesagt in die Orte Phrae und Khun Yuam, wo mich ganz unterschiedliche Versionen der Ereignisse erwarten sollten. Die Unternehmung begann am Busbahnhof Mo Chit, wo ich am Abend den Bus nach Prae bestieg. Die Fahrt war in jeder Hinsicht hervorragend. Ich schlummerte in einem übergroßen und sehr bequemen Liegesessel, der kurioserweise bei Bedarf sogar meinen Rücken massierte, gemächlich meinem ersten Reiseziel entgegen.

In Prae galt mein besonderes Interesse einem Museum über die dortige Seri Thai Bewegung. Dies war eine thailändische Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkriegs, die sich gegen die japanische Besetzung des Landes und die mit den Japanern paktierende Regierung Thailands stellte. Sie infiltrierte, spionierte und sabotierte die Japaner wo sie nur konnte und stand in enger Verbindung mit den westlichen Alliierten. Viele Mitglieder der Untergrundbewegung wurden nach dem Krieg, als Thailand für einige Jahrzehnte unter die autokratische Kontrolle des Militärs geriet, verurteilt und verhaftet. Die Erinnerung an diese Bewegung wurde zeitgleich aus dem offiziellen Gedächtnis verbannt und findet erst langsam wieder ihren Weg zurück in das öffentliche Bewusstsein. Nicht unschuldig an dieser Entwicklung soll auch das Museum in Prae sein, weshalb ich umso gespannter war es zu besichtigen.

Da das Museum seine Pforten erst um acht Uhr öffnet, ich aufgrund meines Überschallbusses aber schon um sechs Uhr morgens angekommen war, hatte ich noch ein wenig Zeit die Stadt zu erkunden. Ich schlurfte durch das gerade erwachende Phrae und war von dessen Schönheit reichlich beeindruckt. Es mag an meinem dämmrigen Zustand gelegen haben, aber es wirkte für mich, als reihten sich hier ausschließlich wunderschöne bis zauberhafte Teakholzhäuser aneinander, eines schöner als das andere.

Eines dieser Häuser, das leider in keinem ganz so guten Zustand war wie seine Nachbarn, erwies sich als für mein Thema hochinteressant. In dem so genannten Wichairacha Haus hatte sich eine Tragödie abgespielt, die typisch ist für die jahrzehntelange Verdrängung der Geschichte der Seri Thai Bewegung. Sein Ursprünglicher Besitzer Chao Wong Saensiriphan hatte im Jahr 1940 für einige Wochen einen sehr berühmten Gast, den damaligen Finanzminister und späteren Kopf und Lenker der Seri Thai Bewegung Pridi Banomyong. Dieser verbrachte einige Zeit in Prae um die Dreharbeiten zu seinem Film „The King of the White Elphant“ zu begleiten. Mit dem Film und dem gleichnamigen Buch wollte Pridi ein Zeichen setzen. In den unsicheren Zeiten des beginnenden Weltkriegs sollten sich seine Landsleute und vor allem deren Entscheidungsträger, an die Besonnenheit und Weisheit früherer Könige erinnern und in den kommenden Konflikten Ruhe und Neutralität bewahren.

Wie der Verlauf der Geschichte zeigte, konnte Pridi mit seiner Botschaft nicht alle Thailänder überzeugen. Der damalige Ministerpräsident Phibul Songgram, ein außerordentlicher Bewunderer Mussolinis und Verfechter eines thailändischen Ultranationalismus, wähnte in der Allianz mit Japan eine günstige Gelegenheit seine Träume eines „Großthailands“ zu verwirklichen. Nach dem Krieg und einem Militärputsch im Jahr 1946 gerieten Pridi und seine Unterstützer in Ungnade. Auch der Besitzer des Wichairacha Hauses musste Repressalien der Militärführung über sich ergehen lassen. In der Folge verlor er all sein Hab und Gut und das ehemalig prachtvolle Teakholzhaus verfiel und verwilderte mit der Zeit.

Von dieser tragischen Geschichte betrübt machte ich mich Richtung des Seri Thai Museums auf. Dieses wird von dem Sohn eines engen vertrauten Pridis und Anführers der lokalen Seri Thai Einheiten betrieben. Das Museum schildert die Geschichte der Seri Thai Bewegung und konzentriert sich vor allem auf die Aktivitäten der Truppe im Norden Thailands. Hierbei werden auch verschiedene Einzelschicksale vorgestellt. Unter anderem wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich in ein japanisches Lager, als Arbeiter getarnt, einschlich und Informationen über die japanische Armee nach draußen schmuggelte.
Ein anderes Beispiel schildert die beschwerliche Reise eines Boten, der wichtige Informationen von Prae nach Bangkok transportierte und den größten Teil der Wegstrecke, immer die Angst im Nacken von den Japanern entdeckt zu werden, auf einem alten Fahrrad hinter sich brachte. Trotz der Fokussierung auf die Untergrundbewegung bleibt die Darstellung des Museums weitestgehend ausgeglichen und bietet verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs an.

Nach der Besichtigung des Museums bekam ich glücklicherweise die Gelegenheit mit dem Betreiber des Museums zu sprechen. Dieser berichtete mir, dass inzwischen Schüler und Studentengruppen aus dem ganzen Land in sein Museum kämen und die Aufmerksamkeit für die Geschichte der Seri Thai Bewegung spürbar zunehme. Dennoch sei es nicht selten der Fall, dass die Besucher ohne jedes Vorwissen über die Seri Thai Bewegung und seine Protagonisten das Museum betreten.

Nach der Besichtigung des Museums machte ich mich in Richtung des Busbahnhofs auf, wo mich ein etwas in die Jahre gekommener aber ganz passabeler Bus erwartete, der mich in das etwa fünf Stunden entfernte Chiang Mai bringen sollte. Die Fahrt erwies sich als unangenehmer und anstrengender als gedacht. Der Bus ächzte und stöhnte ob der unzähligen Serpentinen der nordthailändischen Berge und schüttelte seine Insassen ordentlich durch. Dementsprechend derangiert erreichte ich dann gegen Nachmittag die Rose des Nordens, Chiang Mai. Hier war kein weiterer Museumsbesuch geplant. Dieser Aufenthalt sollte lediglich dazu dienen die von den Strapazen der Reise ein wenig müden Knochen zu schonen und für die anschließende Reise nach Khun Yuam vorzubereiten.

Die Stadt Chiang Mai hatte ich bereits zwei Jahre zuvor kurz besichtigt. Es ist nach Bangkok die zweitgrößte Metropole Thailands und verfügt über ein etwas kühleres Klima, da sie von hohen Bergen umgeben liegt. Mir ist die Stadt ein wenig zu sehr von den westlichen Touristen und der auf sie zugeschnittenen Geschäfte und Systemgastronomie geprägt. Eine schmerzhafte und wirklich bittere Erkenntnis war es für mich zudem festzustellen, dass mein romantisches Bild dieser Stadt, welches mir das ARD Traumhotel vorgegaukelt hatte, ein einziges Lügenkonstrukt ist. In dieser fürchterlichen Schmonzette flanieren die bräsigen „Schauspieler“ und D-Promis durch die Straßen von Chiang Mai, sagen dabei so geistreiche Sätze wie „mai pet, mai aroi  (nicht scharf, nicht lecker) und ruhen sich anschließend vom vielen Bummeln an einem wunderschönen Strand aus. Und das obwohl Chiang Mai fast 700 Kilometer von der Küste entfernt liegt. Danke liebe ARD für diesen Quatsch!

Ich wusste also, dass ich den Strand vergeblich suchen würde und entschied mich stattdessen den Night-Bazar zu besuchen, wo ich mir von den unterschiedlichen Ständen das Abendessen zusammenklaubte. Ich entschied mich für etwas Klebreis, einen scharfen Huhnminzkoriandersalat und zwei der köstlichen nordthailändischen Würste. Diese sind, anders als die Würste auf den Märkten Bangkoks, nicht so sauer und weich, sondern haben genau die richtige Konsistenz und schmecken nach Thaibasilikum und Ingwer. Köstlich.

Nach diesem reichhaltigem Mal und zwei Leo Bier kehrte ich zurück zu meinem mittelmäßigen Hotel und ging früh schlafen. Der Bus nach Khun Yuam sollte morgens um sechs losfahren und die Fahrt durch die Berge wurde mir als etwas anstrengend beschrieben. Ich ahnte ja nicht was vor mir liegen würde…