Der Traum von der eigenen Insel. Drei Tage auf Koh Man

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Ich habe einen Traum. Ich wünschte ich wäre Besitzer einer eigenen kleinen Insel. Diese sollte wenn möglich nicht im Steinhuder Meer bei Hannover liegen sondern, wenn ich einen Wunsch äußern darf und das darf ich, es ist schließlich mein Traum, weit weg von deutschen Gefilden, tief verborgen in irgendeinem kinderplanschbeckenwarmen Ozean.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Thailand, wird dieser Traum war, zumindest beinahe. Für einen recht stattlichen Betrag kann man sich auf so genannten „Private Islands“ einmieten. Hierbei handelt es sich um winzig kleine Inselchen, auf denen meist nur ein kleines Ressort untergebracht ist und die ein ordentliches „Einsame Insel Gefühl“ versprechen.

Gemeint ist damit aber keines Falls so eine Tom Hanks mäßige Horror Insel. Man möchte ja schließlich nicht am Ende des Aufenthalts, wirr mit einem Volleyball redend, versuchen sich die Zähne mit einem Schlittschuh auszuschlagen.

Vielmehr versprechen diese Inseln ein wolliges Gefühl der Ruhe, der Abgeschiedenheit, fernab von jeder Zivilisation. Um diesem Ambiente eine gewisse Authentizität zu verleihen, liegen die Inseln außerhalb jeglichen Handynetzes und sind nicht an das Stromnetz angeschlossen. Elektrizität gibt es lediglich ein Mal am Tag, abends ab neun.

Das Eiland, das ich und meine Freundin für drei Tage unser Eigen nennen durften, war die Insel Koh Man, die im Golf von Bangkok nicht weit entfernt von den Inseln Koh Chang und Koh Mak liegt. Die Insel ist wirklich winzig und kann in einer halben Stunde umrundet werden, im Wasser dauert es zwei Stunden.

Die Insel verfügt sowohl über eine felsige Küstenseite, die perfekt zum Schnorcheln geeignet ist sowie über ein paar sandige Buchten auf der gegenüberliegenden Seite. In der Mitte erhebt sich ein kleiner Berg, bei dessen Erklimmung man sich durch einen dichten Urwald schlagen muss und welcher eine hervorragende Sicht über die Insel bietet.

Es war wirklich ein zauberhaftes Stückchen Erde und wir hatten es ganz für uns alleine – ganz war leider etwas zuviel gesagt, denn frecher Weise waren noch zwei andere Pärchen auf der Insel. Ein ganz klarer Minuspunkt!

Ein wenig nervig war zudem der Sohn einer Angestellten, der uns auf Schritt und Tritt verfolgte. Am Anfang war er noch recht nett und hilfsbereit, zeigte er uns doch die besten Tauchplätze, später wurde aber er immer unangenehmer und bewarf uns schließlich mit Sand

Typischer Inselkoller! Wirklich unheimlich wurde mir der Bengel als er mir, als ich nichtsahnend in der Hängematte lag, beherzt in den Schritt griff. Von da an ging ich ihm aus dem Weg.

Von diesem kleinen Ärgernis abgesehen genossen wir wundersame Stunden und Tage. Ich verbrachte so viel Zeit im Wasser, dass ich den Fischen Namen geben konnte und fortwährend eine schrumpelige Haut hatte. Die Zeit im Wasser wurde lediglich durch die Mahlzeiten unterbrochen, bei denen uns Köstlichkeiten der Meere kredenzt wurde.

Leider kam irgendwann das Boot, das der Illusion ein Ende setzte und mich zurück in die Realität brachte. Der Traum war vorüber, vorerst.

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